Pick of the Month November: Tagebücher und Briefe

Begeben Sie sich wieder mit uns auf Lesereise, dieses Mal mit fast in Vergessenheit geratenen Textformen: Tagebüchern und Briefen. Zu Wort kommen dabei ein österreichischer Forscher, eine britische Jugendliche aus der (nicht allzu fernen) Zukunft, eine Israeli und ein Palestinenser, Kinder aus allen Ecken der Welt und 13 Frauen, die uns von Ländern und Situationen erzählen, die wir im besten Fall aus den Medien kennen. Und vielleicht bekommen Sie danach selbst Lust, ihre Erlebnisse niederzuschreiben oder auch ein paar Zeilen ganz altmodisch per Post zu verschicken…

Lettres ouvertes à tous les Terriens

Des enfants et des jeunes du monde entier livrent leurs rêves, leurs colères et leurs interrogations sur l’avenir de la planète, humain et écologique. Chacun s’est saisi de thèmes aussi variés que l’égalité, l’amour, la mort ou l’argent pour questionner les Terriens et dessiner en creux le monde tel qu’ils le voudraient. Ils nous parlent d’eux, mais parlent dans le même temps de nous, humains des quatre coins de la planète. Avec des mots étonnamment justes, ils disent les sentiments universels, les aberrations, la bêtise humaine, les questions sans réponse, aussi…
Les images de Laurent Corvaisier et quelques photographies fortes donnent des ailes à leurs propos. Un livre qui bouscule et émeut, dans lequel enfants et ados se reconnaîtront inévitablement.

Alain Serres / Illustrations de Laurent Corvaisier

Rue du Monde / 2015 / 89 pp. / à partir de 8 ans

 

 

 

 

 

2850 Kilometer – Mohamed, Jerry und ich unterwegs in Afrika

Gefangen in der Warteschleife vor Europa – das ist das Schicksal tausender junger Afrikaner, die sich jedes Jahr auf den Weg zu uns machen. Miriam Faßbender hat zwei junge Männer über Monate auf diesem Weg begleitet, sie hat unter Flüchtenden gelebt und ihren Alltag kennengelernt: das Leben in den Ghettos, willkürliche Polizeirazzien, die Suche nach Essen und nach schlecht bezahlten Jobs, um die Weiterreise zu finanzieren. Sie befragt Flüchtlinge zu ihrem Leben, das geprägt ist von Entbehrungen und Hoffnung, Flucht und Stillstand; sie berichtet vom Leben auf der Flucht und vom Überleben in der Fremde und in sogenannten Auffanglagern. Und sie erzählt von ihren Erfahrungen als Europäerin unter afrikanischen Flüchtlingen, als Privilegierte unter Menschen, die ihre Freiheiten nicht haben – Erfahrungen, die so persönlich wie erschreckend, so anrührend wie brenzlig, so mutmachend wie niederschmetternd sind.

Miriam Faßbender

Westend Verlag / 2014 / 311 S.

 

 

 

The Carbon Diaries 2015

It’s January 1st, 2015, and the UK is the first nation to introduce carbon dioxide rationing, in a drastic bid to combat climate change. As her family spirals out of control, Laura Brown chronicles the The protection involves two checks each year and an ID fraud helpline to call if needed. first year of rationing with scathing abandon. Will her mother become one with her inner wolf? Will her sister give up her weekends in Ibiza? Does her father love the pig more than her? Can her band the dirty angels make it big? And will Ravi Datta ever notice her? In these dark days, Laura deals with the issues that really matter: love, floods and pigs. The Carbon Diaries 2015 is one girl’s drastic bid to stay sane in a world unravelling at the seams.

Saci Lloyd

Hodder Children’s Books / 2008 / 379 p. / from 13 years on up

 

 

 

 

Leihst du mir deinen Blick ?

Tal ist siebzehn, sie lebt im jüdischen Teil Jerusalems. Welten trennen sie von der palästinischen Bevölkerung in der Stadt. Nach einem Selbstmordanschlag in ihrer Nachbarschaft beschließt sie zu handeln: Sie möchte endlich wissen, wie die Palästinenser leben und fühlen. Also schreib sie einen langen Brief, über sich, ihre Hoffnungen und Träume – und steckt ihn in eine Flasche. Ihr Bruder, der im Gazastreifen stationiert ist, soll die Flaschenpost dort ins Meer werfen. Tal hofft, dass ein palästinensisches Mädchen antwortet. Nach langem Warten bekommt sie endlich eine E-Mail: vom zwanzigjährigen „Gazaman“…

Valérie Zenatti

Cecilie Dressler Verlag / 2005 / 190 S. / ab 12 Jahren

 

 

 

 

 

Tagebücher aus dem Regenwald

Während Manser von 1984 bis 1990 im Dschungel Borneos lebte, entstanden seine „Tagebücher aus dem Regenwald“: Aufzeichnungen über Fauna und Flora sowie über Sprache, Kultur und Lebensweise der Penan. Das Beobachtete und Erlernte schriftlich festzuhalten und mit anderen zu teilen, war Bruno Mansers liebste Tätigkeit. Neben den anregenden und spannenden Texten beeindrucken vor allem die mit ausdauernder Hingabe und grosser Detailtreue gezeichneten und kolorierten Illustrationen von Tieren, Pflanzen und Menschen.

Seit Mai 2000 gilt Bruno Manser als verschollen. Sein Engagement wurde weit über die Schweiz hinaus und auch nach seinem Verschwinden gewürdigt, zuletzt erhielt er 2001 den Menschenrechtspreis der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte zugesprochen.

Bruno Manser / Bruno Manser Fonds (Hrsg.)

Christoph Merian Verlag / 2004 / 704 S.

 

 

 

 

Letters from the Edge – 12 Women of the World Write Home

Letters from the Edge is a collection in which women home in on the nuances and resonances of everyday life and culture in 12 remote locations. Each author’s collected letters provide unique insight into what life is like in places we can often only dream about visiting, such as the frozen steppes of Mongolia; the sprawling, hot hustle of Lagos, Nigeria, Lebanon under bombardment or Bolivia as seen by its indigenous inhabitants. All the women live in the community that they write about so they can bring the lives of ordinary people to life. The book is completed by brief biographies on each author and profiles each country’s political situation.

New Internationalist / 2008 / 256 p.