Suite à l’évolution de la situation concernant le Coronavirus et aux recommandations et décisions du Gouvernement luxembourgeois, le CITIM - Centre d'Information Tiers Monde...

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Articles Brennpunkt 30 ans

Das Centre d’Information Tiers Monde der ASTM feiert seinen 30. Geburtstag

Im Oktober 1982 öffnete das Centre d’Information Tiers Monde (CITIM) zum ersten Mal seine Türen für die Öffentlichkeit und spielt seitdem eine bedeutende Rolle in der Informations- und Sensibilisierungsarbeit der Action Solidarité Tiers Monde (ASTM). Seit der Gründung im Jahr 1969 unterstützt die ASTM nicht nur Projekte in den Ländern des Südens, sondern legt gleichermaßen Wert auf Bildungsarbeit in den Ländern des Norden.

 

Die Idee ein Dokumentationszentrum zu eröffnen, entstand durch die steigende Nachfrage nach Informationsmaterial zu „Dritte-Welt“ Themen. Ohne Internet und nur wenigen Dokumentarfilmen im Fernsehen, war es relativ schwer Anfang der 1980er Jahre Informationen zu Themen der Entwicklungszusammenarbeit oder den Nord-Süd-Beziehungen zu finden. Negative und oft unvollständige Berichterstattung zeichneten schnell ein falsches Bild der neuen Weltordnung ab. Das CITIM sollte dem, durch die Bereitstellung von Hintergrundinformationen, entgegenwirken. Ziel war es ein Kommunikations- und Aktionszentrum zu schaffen, welches es ermöglichte Beziehungen zu Themen, Menschen, Organisationen und Ländern des Südens aufzubauen.

Über die Jahre, hatten sich bis 1982 in dem kleinen Archivraum der ASTM in der Gaston Diederich-Straße schon über tausend Fachbücher, einige Dutzend Zeitschriften, sowie Videos und Dias angesammelt. Mit einem Zuschuss von der europäischen Kommission im Rahmen eines Förderprogramms für die entwicklungspolitische Bildungsarbeit von einer halben Millionen Franken (?) für das erste Aktivitätsjahr, konnte der Bestand des CITIM aufgestockt und neues Mobiliar angeschafft werden. Im Laufe der Jahre gewann das CITIM ebenfalls für Lehrpersonal, SchülerInnen und StudentInnen schnell an Bedeutung und machte sich als Anlaufstelle im Bereich des „Globalen Lernens“ einen Namen.

Bis heute bleibt das CITIM das einzige Informationszentrum in Luxemburg, das eine breite Auswahl an Fach- und Sachliteratur, Belletristik, Kinder- und Jugendbüchern, sowie Zeitschriften und Magazinen zu den Ländern der südlichen Hemisphäre, zu Themen der Entwicklungszusammenarbeit, Nord-Süd-Beziehungen, Klimawandel und nachhaltigen Entwicklung zur Verfügung stellt. Neben den Monographien bietet das CITIM außerdem eine bedeutende Sammlung an Weltmusik, pädagogischen Filmen und Dokumentarfilmen an. Die Dokumentation im Bereich Pädagogik wächst stetig. So findet man zu 47 verschiedenen Themenbereichen Arbeitsblätter, Projektideen, Aktionsvorschläge, Handbücher und interaktive CD-Roms und DVDs für die schulische und außerschulische Bildungsarbeit mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen. Neben den pädagogischen Einheiten zählt das CITIM 16 verschiedene Koffer, die regelmäßig aktualisiert werden. Neu konzipiert wurde im letzten Jahr der Bergbaukoffer, der im Rahmen der ASTM-Kampagne „Leurs ressources, nos richesses“ entstand.

Das CITIM sieht sich nicht nur als Dokumentationszentrum für Erwachsene, sondern sucht auch den Kontakt und den Austausch mit Kindern und Jugendlichen. Neben Workshops und Animationen, die im CITIM organisiert werden, gibt es jedes Jahr verschiedene Schulprojekte, eins davon ist die Rucksackbibliothek. Rucksäcke, gefüllt mit Romanen, Sach- und Bilderbüchern zum Thema „Eine Welt“ oder „Wie leben Kinder anderswo“ gingen von Januar bis Juli auch dieses Jahr wieder auf Reisen und wanderten von Klasse zu Klasse. Die SchülerInnen dokumentierten ihre Leseerlebnisse in dem beiliegenden Album mit Bildern, Texten, Collagen oder eigenen Geschichten. Der sicherlich spannendste Moment war die Übergabe der Rucksackbibliothek an die nächste Klasse und das Lesefest mit dem senegalesischen Autor …?.

Auch Autorenlesungen für Jugendliche stehen regelmäßig auf dem Programm und so berichtete die in Belgien lebende Autorin Pauline Kayitare im letzten Jahr in mehreren Lycéen von ihren Erlebnissen während des Völkermordes in Ruanda.

Um auch dieses Jahr wieder junge LeserInnen zu motivieren, veranstaltet das CITIM im Rahmen des 30-jährigen Jubiläums, einen Fotowettbewerb, bei dem der verrückteste und ungewöhnlichste Platz zum Lesen gesucht wird.

Neben seiner Funktion als Dokumentationszentrum, sieht sich das CITIM als Treffpunkt, welcher für Akteure der entwicklungspolitischen Szene und für alle Interessierten ein Ort des Austausches und der Diskussion zu Themen der globalen Solidarität bietet. Leseabende, Konferenzen und Workshops für alle Altersgruppen werden regelmäßig im CITIM angeboten. Schon seit seinen Anfängen, bemühte sich das CITIM, die Öffentlichkeit durch Konferenzen auf die ungerechten Nord-Süd-Beziehungen aufmerksam zu machen. So lud das CITIM im Jahr 1983 zu einem Themenabend mit dem Geistlichen François Houtard ein, der über die Situation in Nicaragua erzählte. Ein weiterer Höhepunkt folgte im Jahr 1984, als das CITIM bei einer großen Anti-Apartheid-Veranstaltung mitwirkte, in der die Beziehung Luxemburgs zum Apartheid-Staat Südafrika offengelegt wurde. Auch dieses Jahr stehen wieder Veranstaltungen auf dem Programm, die zum Austausch und zur Solidarität aufrufen. So wird der nicaraguanische Dichter und Revolutionär Ernesto Cardenal in Begleitung der Grupo Sal eine Reihe seiner bisher unveröffentlichten Gedichte zum Besten geben. Asienautor Rainer Werning stellt sein neues Buch vor und ist als Gast der „Soirée Philippines“ gerne zu Diskussionen rund um die aktuelle politische Lage auf den Philippinen bereit. Ein Weltmusik-Abend mit DJ Kerry im Carré-Rotondes, bei dem zu brasilianischen, orientalischen und afrikanischen Klängen getanzt werden kann, schließt die Feierlichkeiten anlässlich des 30-jährigen Jubiläums Ende November ab.

Anlässlich seines 30. Geburtstages bekommt das CITIM nicht nur eine neue Präsenz im Internet auf dem Online-Katalog des Bibliotheksnetzwerkes Bibnet.lu, sondern ebenfalls neue Räumlichkeiten im Erdgeschoss der 55, Avenue de la Liberté. Im Jahre 1987 zog das CITIM zum ersten Mal von der Gaston-Diederich Straße in die Neippergstraße. Knapp zehn Jahre später feierte das CITIM Neueröffnung im ersten Stock der Avenue de la Liberté. Auch dieses Jahr ist es wieder soweit. Ab dem 16. Oktober können Bücher und Dokumente im neuen Lokal ausgeliehen werden oder von zu Hause über das Internet recherchiert und reserviert werden. Am 6. November lädt das CITIM zu einem Tag der Offenen Tür ab 14h ein, der mit der offiziellen Einweihung um 17h30 seinen Höhepunkt erreicht.

 

Jacqueline Rippert und Linda Zahlten

 

 


 

 

Digital vernetzt

Nachdem das CITIM in den 90er Jahren mit dem Wechsel vom Karteikartenystem zu einer internen Datenbank, den ersten Schritt in Richtung Digitalisierung wagte, markierte das Jahr 2011 einen weiteren Meilenstein: die Integration in das nationale Bibliotheksnetzwerk „bibnet.lu“.

 

Das „bibnet“ wurde 1985 gegründet und zählt mittlerweile vierzig luxemburgische Institutionen zu seinen Mitgliedern. Ein öffentlich zugänglicher digitalisierter Bibliothekskatalog ist das Kernstück des Netzwerkes. Alle Mitgliedsbibliotheken arbeiten mit dem Bibliothekssystem ALEPH und katalogisieren ihren Bestand nach einheitlichen Regeln, die dem Standard ausländischer Bibliothekskataloge entsprechen. Koordiniert wird das „bibnet“ von der Nationalbibliothek, die den Server bereitstellt, die nötigen Fortbildungen organisiert und den BibliothekarInnen mit Rat und Tat zur Seite steht.

Mit wachsendem Bestand gewann die Vernetzung mit anderen Bibliotheken auch für das CITIM an Bedeutung. Kontakte zu ausländischen Bibliotheken und Netzwerken wurde geknüpft und mit dem luxemburgischen Bibliotheksgesetz vom 24. Juni 2010 kam der Einstieg des CITIM in das „bibnet“ in greifbare Nähe. So heißt es unter anderem in einer Erklärung der Kulturministerin: „ (…) le gouvernement favorise la création de synergies, notamment entre les bibliothèques communales, associatives et scolaires via le regroupement de bibliothèques.“1 Nach der Ausarbeitung einer Anfrage im Herbst 2010, wurde diese noch vor Ende des Jahres an die Nationalbibliothek geschickt. Im darauffolgenden März kam es zum ersten Treffen mit den Koordinatorinnen des „bibnet“ und die erste digitale Buchnotiz des CITIM erschien im Juni 2011.

Bevor jedoch die Aufnahme des Bestandes begann, nutzten die MitarbeiterInnen des CITIM die Gelegenheit zur Generalüberholung der Bibliothek. Viele Rubriken wurden neu definiert, Bücher neu klassiert oder archiviert und neue Rubriken, wie „Klima/Energie“ oder „Fairer Handel/Konsum“, kreiert. Auch das Zeitschriftenarchiv des CITIM, welches bis in die 70er Jahre zurückreicht, konnte neu organisiert und aufgewertet werden und ist ab Oktober nach Terminvereinbarung für die Nutz-erInnen zugänglich.

Natürlich bringt die Umstellung auf ein neues Bibliothekssystem einige Veränderungen und einen großen Arbeitsaufwand mit sich. Die Katalogisierung der Dokumente beinhaltet, jedes Dokument mit einem Barcode zu versehen, welcher dann mit der neu eingetragenen digitalen Buchnotiz im bibnet-Katalog vernetzt wird. Der Bestand des CITIM ist demnach für jede(n) NutzerIn des Netzwerkes einsehbar. Monographien, pädagogische Dossiers, CDs und DVDs können online recherchiert, reserviert und verlängert werden. Das neue System erleichtert somit die Recherche und Ausleihe für die NutzerInnen.

Auch für die MitarbeiterInnen des CITIM bringt das neue System einige Vorteile mit sich. Die Ära der manuellen Eingabe und der Ausleihe „ohne Grenzen“ ist nun vorbei. Neben den technischen Verbesserungen, ermöglicht die Integration ins „bibnet“ eine engere Zusammenarbeit mit anderen Bibliotheken. So wurden schon erfolgreiche Kontakte zu Uni- und Schulbibliotheken, sowie der Cité-Bibliothek geknüpft.

 

 

Jacqueline Rippert und Linda Zahlten

 

(1) Service Information et Presse (2009) „Octavie Modert présente le nouveau projet de loi sur les bibliothèques de lecture publique et d’information“, http://www.gouvernement.lu/salle_presse/actualite/2009/05-mai/20-modert-biblio/index.html, Date de consultation: 17/08/2012

 


 

 

Bereit für die nächsten 30 Jahre

Das Centre d’Information Tiers Monde (CITIM) der ASTM zieht um und bekommt passend zu seinem 30jährigen Jubiläum neue großzügige Räume.

 

Mit wachsendem Bestand und einem Lesesaal, der gleichzeitig als Sitzungsraum herhalten musste,   stieß das CITIM in seinen bisherigen Räumlichkeiten immer wieder an seine Grenzen. Das Thema Umzug schlich sich demnach in die Diskussionen rund um die Zukunft der ASTM ein. Nach mehreren erfolglosen Besichtigungen, wurde im März 2012 überraschenderweise ein Ladenlokal im Erdgeschoss der 55, Avenue de la Liberté frei, wo das CITIM bislang im ersten Stock untergebracht war. Die Entscheidung des Vorstandes im Mai 2012, das Lokal zu mieten, gab den Startschuss für die Planung der nötigen Renovierungsarbeiten.

Gemeinsam mit der Architektin arbeitete eine Arbeitsgruppe ein Konzept aus, welches eine flexible Nutzung der Räumlichkeiten ermöglicht. Zwei Elemente stehen im Vordergrund: Die Unterbringung des gesamten Bibliotheksbestandes im Erdgeschoss sowie die Re-dynamisierung des CITIM als Ort der Begegnung und des Austausches zu entwicklungspolitischen Themen. Hohe Regalwände, bewegliche Regalblöcke im Raum, Arbeitsbereiche mit Internetanschluss für die NutzerInnen, sowie eine gemütliche Leseecke schaffen die Atmosphäre einer modernen Fachbibliothek. Eine Trennwand in der Mitte des 105 m² großen Lokals ermöglicht eine Mehrfachnutzung der Räume. So kann der vordere Bereich für die Bibliothek genutzt werden, während im hinteren Teil zur gleichen Zeit Workshops, Pressekonferenzen oder andere Veranstaltungen stattfinden können. Außerdem ermöglichen die beweglichen Raumelemente die Nutzung der gesamten Fläche für Konferenzen, Lese- und Filmabende mit einem Publikum von bis zu 40 Personen.

Das neue Lokal bringt mehrere Vorteile mit sich. Der Standort der ASTM bleibt der Gleiche und ein größerer Umzug konnte somit vermieden werden. Im ersten Stockwerk entstehen neue Büros und der ehemalige Lesesaal des CITIM kann nun ausschließlich für Sitzungen genutzt werden. Der gesamte Bestand des CITIM findet im Erdgeschoss Platz und es bleibt genügend Raum für die Anschaffung neuer Dokumente. Das CITIM ist nun von der Straße aus leicht zugänglich und durch seine Schaufenster gut sichtbar.

Der Umzug des CITIM hat jedoch nicht nur Auswirkungen auf die räumliche Gestaltung, sondern bringt auch Veränderungen für die Verwaltung und Nutzung der Bibliothek mit sich. Bis vor Kurzem mit nur einer Stelle besetzt, zählt das CITIM ab der Neueröffnung im Oktober zwei feste Mitarbeiterinnen und ein Team von Freiwilligen. Somit kann eine fachspezifische Beratung zu entwicklungspolitischen Themen sowie zu Globalem Lernen zu längeren Öffnungszeiten garantiert werden. Desweiteren kann das CITIM durch ein breites Angebot an Veranstaltungen und Workshops für jede Altersstufe seiner Rolle als Bildungs- und Informationsort gerecht werden. Geschaffen wird ein Aktionszentrum welches nicht nur zur Vernetzung der verschiedenen entwicklungspolitischen Akteure in Luxemburg beitragen will, sondern sich auch als Vermittler von interkulturellen Kompetenzen, Globalem Lernen und einer Bildung für nachhaltige Entwicklung sieht.

 

 

Jacqueline Rippert und Linda Zahlten

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