Ein Flüchtling betritt die Ausländerbehörde, um ein letztes Mal seine zuständige Sachbearbeiterin aufzusuchen. Er ist wütend und hat nur einen Wunsch: dass ihm endlich jemand zuhört. Als Karim drei Jahre zuvor von der Ladefläche eines Transporters ins Freie springt, glaubt er in Frankreich zu sein. Bis dorthin hat er für seine Flucht aus dem Irak bezahlt. In Wahrheit ist er mitten in der bayerischen Provinz gelandet. – Er kämpft sich durch Formulare und Asylunterkünfte bis er plötzlich seinen Widerruf erhält und abgeschoben werden soll. Jetzt steht er wieder ganz am Anfang. Dieser ebenso abgründige wie warmherzige Roman wirft eine der zentralen Fragen unserer Gegenwart auf: Was bedeutet es für einen Menschen, wenn er weder in der Heimat noch in der Fremde leben darf?
Hanser Verlag, 2016 / 224 Seiten
“Erst war der Flüchtling Opfer, nun ist er Täter. ‘Ohrfeige’ fügt beide Bilder zusammen. Damit ist der deutschsprachige Flüchtlingsroman in der Realität angekommen, seine Figuren sind Individuen, widersprüchlich, Menschen – wie wir.” Sebastian Hammelehle, Der Spiegel
“…zutiefst traurige, ärgerliche, lebendige Szenen, die so schnell nicht in Vergessenheit geraten. … ‘Ohrfeige’ trifft den Leser mitten ins Gewissen.” Fatma Aydemir, taz am Wochenende




